Mittwoch, 23. März 2016

Statusmeldung vom 23.03.2016

Meine Lieben,

Quelle: Wikipedia
er ist wieder da, mein Kreativmittwoch. Allerdings nicht mehr als ganzer Tag, sondern als kreativer Mittwochabend. 2010 begann ich mein Kinderbuch über den Drachen Fionrir zu schreiben, dann kam das eine oder andere dazwischen. 2011 ging es weiter. Dann kam das eine oder andere dazwischen. 2013 setzte ich erneut an, bis das eine oder andere - ihr wisst, wie es weitergeht.
Mein neuer Anlauf sollte nicht als Versuch enden. Daher analysierte ich, was mich die letzten Jahren abhielt: Fehlende Struktur, fehlende Fristsetzung und vor allem allzu erfolgreiche Prokrastination.

Prokrastination

https://www.spreadshirt.de/
Pause könnte ich mal machen
Richtig so mit Tee und Buch.
Oder ordnen all die Sachen,
Krempel, den ich öfter such.

Reisen sollte ich mal wieder!
And’rerseits wollt ich was tun!
Später, muss erst mal die Flieder-
Töpfe rasch bewässern nun.

Izto aber flott zu Werke!
Nur noch schnell ins Internet.
Auf dem Handy, oh, ich merke
Tausend Threats im Facebookchat.

Immer, wenn ich Arbeit sichte,
Ordnen sich die Ziele neu.
Nicht mal schaffe ich Gedichte

… oh, Kaffee, wie ich mich freu!

Sonntag, 23. August 2015

Hessenslam 2015 - "Nach dem Slam ist vor dem Slam"

Dank AIDA eine Erinnerung, St Peter 08/15
"Nach dem Slam ist vor dem Slam", sagte einmal ein berühmter Poet, oder hätte von einem Poeten gesagt werden können, wenn Sepp Herberger sich nicht für Fußball entschieden hätte. Er hatte alles, was ein guter Slam braucht: Ein bisschen Chaos, ein bisschen Familiengefühl, starke Worte, traurige Sieger, glückliche Gewinner, und da spreche ich nur vom Halbfinale. Eigentlich die Attribute jeden Slams, nur ist es eben der Hessenslam. Er ist größer, er ist wichtiger, und doch ist irgendwie nichts fremd. Dominique Marcri sagte in ihrer Anmoderation zum Halbfinale im St. Peter, der Hessenslam sei ein Slam wie jeder andere, nur anders. Und damit ist alles gesagt. "Same, same, but different!"
Ich ging zum Hessenslam mit der gleichen Erwartungshaltung, mit der ich zuletzt 2012 nach Gießen zum Hessenslam ging: Alles geben und dann mal schauen. Großartige Leute, die ich als Künstler sehr schätze, wie Benedict Hegemann und Stefan Dörsing, um nur zwei Namen zu nennen, sollten zusammen mit mir antreten. 14 Menschen im Line-up, zwei Wertungsgruppen, die jeweils zwei Punktbesten sollten weiterkommen und sich folgetags - also heute - erneut im Finale treffen. Die Auslosung entschied sich für mein Einreihen in die zweite Wertungsgruppe, mit Stefan Dörsing, den ich ganz klar bereits vor dem Start als Gruppensieger sah. Mit soliden 40 von 50 Punkten, trotz drei Versprechern, war ich zufrieden. Und an den Versprechern lag es auch nicht. Es waren einfach sehr gute Vorträge in meiner Gruppe. Bessere. Jedenfalls aus Sicht der Juroren. Na gut, auch aus meiner Sicht. Wie Tobias Schmolke in seinem Beitrag zuvor sinngemäß so schön gesagt hatte, gehe keine Bewertung des Textes mit der Bewertung durch das Publikum einher, es sei vielmehr nur Ausdruck dessen, was dem Pöbel heute gefiele. Damit kam er auf 47 Punkte. Ohne Versprecher. Verdient. Definitiv. Obwohl der Pöbel ein tolles Publikum war, das bis zuletzt ausrastete, applaudierte und johlte, so dass es mir wirklich Spaß gemacht hatte, die Bühne zu betreten, vorzutragen und Teil dieser hessenslamesquen Atmosphäre zu sein. Letztlich zogen Tobias und Livia Warch aus meiner Gruppe ins Finale ein. Stefan Dörsing, punktgleich mit Livia, wurde von Fortuna beim Losentscheid fies weggegrätscht. Schade, denn viele im Publikum - jene ohne Wertungstafel - sahen ihn als besten Poeten des Abends an.
Der 2015er Hessenslam jedenfalls liegt hinter mir -  mit oder ohne Bonmot von Poeten Herberger - und das Finale vor acht geschätzen Dichterkolleginnen und -kollegen, denen ich hiermit alles Glück der Welt wünsche. Ihr habt es alle verdient. Möge die oder der Bessere gewinnen oder zumindest wer dem Pöbel heute Abend am besten gefallen mag (Vgl. Schmolke, 2015).
"Nach dem Slam ist vor dem Slam", denke ich und bin gedanklich schon beim nächsten Hessenslam. 2012 las ich noch ab, 2015 trug ich auswendig vor und 2016 (!) ... wer weiß, was ich mir Verrücktes zur Text- und Performance-Steigerung einfallen lasse. Jedenfalls weiß ich jetzt schon: "Der Slam ist bunt, und ein Text dauert sechs Minuten!" Danke, Sepp.

Mittwoch, 22. April 2015

Planet oft the Vegetables (Teil 5, Finale)

Gemüse macht stark, ist aber schwach!
Charly stand auf seinem Küchentisch und schlug mit einem Telefonbuch auf seinen mannshohen Kühlschrank ein. Der Kühlschrank quittierte die Schläge mit völliger Coolness, während er sich jedoch nicht beeinflussen ließ, seinen Inhalt dennoch ungekühlt zu lassen. Neben Charly stand Maik. Maik stand wie immer hauptsächlich neben sich und darüber hinaus an den Kühlschrank gelehnt. Er kaute, ganz wie Bugs Bunny an der Möhre, an einer monströsen Salatgurke und sagte: „Ich ess was, Doc!“ Der Kühlschrank brummte mit jedem Telefonbuchschlag, setzte aus, brummte, und Charly schrie: „Lauf endlich wieder, du herzloses Küchengroßgerät.“ Im Inneren des Küchengroßgerätes, das bereits seit Tagen sämtlichen Versuchen, es zu reparieren, beharrlich widerstand, begannen diverse Gemüse ihre Aggregatzustände zu ändern und sich zu einer verhängnisvollen Substanz zu vermischen, die alsbald, für die Leserinnen und Leser dieser Serie wenig überraschend, einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum verursachen würde, sobald der richtige Impuls gekommen wäre. Maik verschlang den letzten Rest der Salatgurke und griff nach vorne, um die Kühlschranktür zu öffnen. „Du frisst mir nicht mein letztes Gemüse weg“, rief Charly, nicht wissend, dass sein Gemüse bereits entschieden hatte, von selbst wegzulaufen, und schwang sich zwischen Maik und die Kühlschranktür, die er im selben Moment geöffnet hatte. Der plötzliche Sauerstoffeinfall setzte eine chemische Reaktion in Gang, die unverzüglich Unmengen an grüner Energie freisetzte, die mit einem lauten elektrischen Knall die Platinen neu zusammenschmolz. Zufällig generierte sich dadurch die elektronische Basis für eine Zeitmaschine. Die Wahrscheinlichkeit dafür unterschied sich nur um einen Zähler von der Unwahrscheinlichkeit. Das wusste der Kühlschrank jedoch nicht, obwohl es ein Gerät von Bauknecht war, die angeblich zumindest immer wissen sollen, was Frauen wünschen. Maik und Charly wurden ungeachtet des stochastischen Unvermögens der Kühlschrankes unmittelbar in eine weit, weit entfernte Zukunft katapultiert.
Als Charly die Augen aufschlug fand sich in einem großen Saal wieder, der annähernd 50 Tische fasste. Er saß auf einem bequemen Stuhl an einem festlich eingedeckten Tisch. Beinernes Besteck mit eingeschnitzten stilisierten Lachgesichtern lag vor ihm und rang ihm ab zurückzulächeln. Charly war in einen feinen Anzug aus dem zartesten Leder gekleidet, über das er je mit seinen Händen fahren zu dürfen das Vergnügen hatte. Charly schaute sich um. An den anderen Tischen saßen ähnlich wie er gekleidete Humanoide mit den buntesten Hautfarben und absonderlichsten Körperformen.
Am Nachbartisch Tisch saßen ein menschengroßer Brokkolo im Abendkleid, eine Bohnenstange von einem Humanoiden mit einer menschenkopfgroßen Walnuss zu oberst, aus der zwei strahlende Augenpaare hervorstachen, und ein schlanker Champignon von gut einem Meter und achtzig mit Frack und Zylinder. Frau Brokkolo sagte: „Schaut her, ich sehe aus wie ein Baum!“ und richtete sich unter Kichern der Walnuss auf. Die Walnuss räusperte sich, lupfte die obere Hälfte ihrer Schale und sagte unter Kichern von Frau Brokkolo: „Schaut her, ich sehe aus wie ein Gehirn!“. Der Champignon wandt seinen eichelartigen Schädel ab und sagte: „Ihr wisst, ich hasse dieses Spiel“. Beide kicherten erneut, der Champignon errötete. Als die drei Charly bemerkten, verstummten sie. Der Champion hob den Arm und rief nach einem Kellner. „Was können Sie denn heute empfehlen, Garcon“, sagte er, als der Livrierte, ein Humanoider mit dem Äußeren einer Aubergine, vor ihm stand.
„Nun, das Tagesangebot, das ich Ihnen sehr empfehlen kann, wäre eine Suppe vom Kaukasier mit Chlorophyll-Einlage. Als Hauptspeise einen Schenkel vom homo erectus, eine Rückzüchtung, die mit außerordentlichem Bouquet besticht. Zum Nachtisch dann etwas frische Rohkost vom lokalen Bauernmarkt.“
„Finde es toll, dass sie den Nachtisch schon am Nachbartisch haben“, flüsterte er dem Kellner zu.
„Haloooo, ich höre euch!“, sagte Charly. Schweigen breitete im Raum aus wie veganer Vanillepudding über einem Tellerchen reifer Himbeeren
„Ih, es kann sprechen. Wer will es jetzt noch essen?“, riefen die Gäste der 50 Tische sinngemäß plötzlich durcheinander.
Charly drehte sich verwirrt um die eigene Achse. „Wo ist Maik?“, dachte er sich, während Maik von drei Kellnern auf einer Servierplatte hereingetragen wurde. Er war nackt, aber roh. „Maik?“, fragte Charly den auberginen Oberkellner. „Frisch vom Markt!“, antwortete dieser, da er am schnellsten die Fassung zurückgewonnen hatte und zum Tagesgeschäft übergegangen war.
„Entschuldigen Sie, ich hatte ein gut gemästetes Exemplar bestellt“, sagte der Tomatenvater empört, an dessen Tisch das Maik-Dessert für vier gebracht wurde.
Maik schaute an seinem gut exponierten Speckgürtel runter, an dem Maiks unverschlossener Kühlschrank einen maßgeblichen Anteil hatte, und war beleidigt.
„Hey, das hat alles Geld gekostet“, sagte Maik tief verletzt.
„Ja, mein Geld, Schmarotzer!“, sagte Charly.
„Ih, es spricht, bringen Sie es weg“, rief der Tomatenvater mit Ekel in der Stimme.
„Können wir es behalten? Bitte, Pappi!“, flehte eine kleine Kirschtomate, derweil Maik von der Servierplatte sprang und zielstrebig auf Charlys Tisch zustrebte.
„Bah, würdest du dir bitte etwas vor deinen Stengel halten. Das ist ja widerlich. Ich sitze am Essenstisch!“
Maik hob gleichgültig die Schultern, zog im Vorbeigehen ein grünes Tuch vor sein Gemächt und setzte sich Charly gegenüber an den Tisch. Hinter ihm krachte es.
„Au, meine Haare, sie Schuft!“, sagte eine weibliche Stimme, die einer Salatkopffrau gehörte, deren grüne Pracht sich halb um Maik gewickelt hatte. „Verzeihung!“, sagte Maik zu der neben ihm liegenden grünen Schönheit, behielt sie aber dennoch um sich gewickelt.
„Alter, was ist hier los?“, sagte Maik und schaute auf den leeren Teller vor ihm. „Garcon!“
„Ich weiß nicht. Irgendwie bin ich schon wieder in der Zukunft gelandet.“
„Wie? In der Zukunft? Und was meinst du mit -schon wieder-?“
„Öh, stimmt. Du warst ja immer gestorben, als ich in die Zukunft katapultiert wurde!“
„Wie? Gestorben?“, sagte Maik, aber da er befürchtete, die Antwort könnte ihm vielleicht nicht zusagen, lenkte er gekonnt vom Thema ab. „Weißt du eigentlich, dass du total die Ähnlichkeit mit dem jungen Charleton Heston hast?“
„Hilfe!“, sagte die noch immer halb um Maik gewickelte Salatkopffrau, und die ersten Gemüsegestalten, offenkundig männlichen Geschlechts, erhoben sich.
„Papa, Papa“, hörten sie die Stimme der kleinen Kirschtomate. „Der Nachtisch macht der Tante Aua!“
„Charlton Heston also!“, sagte Charly, und Maik nickte.
„Sie grober Lüstling!“, sagte die Salatkopffrau und schüttelte sich eine Schnecke aus dem Schopf.
„Hey!“, sagte ein cholerischer Hüne von einem Gemüsemann in Form einer roten Paprika. „Lasst die Dame sofort los, sonst setzt es was!“ Er lief rot an und auf die beiden zu. Gleichzeitig setzte sich der Tomatenpapa in Bewegung und baute sich vor den beiden auf. Hinter ihm stand der Auberginenkellner und einige junge Gemüse, die dem juvenilen Phytohormonstau durch Gewalt Luft zu verschaffen suchten.
Maik drehte sich abrupt um, als eine Hand auf seinem Rücken landete. Die Salatkopffrau war nun vollends um Maiks Hüften geschlungen und kommentierte es mit einem „Umpf!“.
„Auf sie!“, rief der Tomatenpapa, und unzählige chlorophyllgestählte Fäuste schwangen unheilvoll auf die beiden zu. Pflanzenkraftstrotzende Hände streckten grob nach ihnen aus. Das ganze hätte unter normalen Umständen mit zwei geschundenen Menschenkörpern geendet, doch wie konnten die Gemüseherrschaften ahnen, dass diese beiden Exemplare keine für den Konsum gezüchteten Exemplare mit dünner, weicher Haut, gummiartigen Knochen und mürbem Fleisch waren. Es waren stabile Menschen aus der Zeit weit, weit bevor erste genetische Experimente mit Gemüsen zu Exemplaren mit Intelligenz geführt hatten, die Jahrhunderte später die Weltherrschaft an sich reißen sollten.
Als der Tomatenpapa in Reichweite war, schrie Maik „Ketschup“, und ein besseres Bild zu dem, was anschließend geschah, könnte kein anderer Schlachtruf schaffen. Derweil zerschnitt Charly das cholerische Paprika zu Paprikastreifen julienne und lächelte dabei mit Intarsien seines beinernen Steakmessers um die Wette. „Nehmt ihm das Messer ab!“, schrie der Auberginenkellner und griff mit beiden Händen nach Charlys Arm, der sich mühelos los riss und dabei ungewollt auch gleich die Hände des Kellners ab. Zucchinihalbstarke, Pastinakenmuskelmänner, Karottenkämpfer, sie alle brandeten chancenlos an der menschlichen Zweimannarmee ab. Rataloullie-Tage, würde der Tag des Massakers später in den Zeitungen der Gemüsewelt heißen und ein Umdenken im Verhalten Menschen gegenüber bewirken.
Der Boden bedeckte sich mit Gemüsesaft, überall gewürfeltes Gemüse, solches in Streifen, gemußtes, und so wäre es weiter gegangen, wenn der Gemüsesaft nicht die Dessertkühltruhe des Saales geflutet, der Sauerstoff eine chemische Reaktion ausgelöst, die Platinen zufällig zu einer Zeitmaschine umgeformt und Maik und Charly zurück an dessen Küchentisch katapultiert hätte.
„Wow!“, das war ja abgefahren, sagte Maik.
„Wenn du wüsstest, wo ich schon überall gelandet war!“, sagte Charly und dachte an Rinder-,  Hühner-, Fisch- und Schweinewelten.
Sonderbarerweise funktionierte der Kühlschrank wieder und war voller intaktem Gemüse. Maik nahm einen Tomatensaft und mixte zwei Bloody Mary.
„Prost!“, sagte er. „Gemüse ist doch das Beste!“
„Out of my dead cold Hands!“, sagte Charly und reckte sein Glas in die Höhe.
Er sah wirklich aus wie Charleton Heston!

Montag, 20. April 2015

Kleingärtnerwelten

Preußisch akkurat geschnitten
Steht Halm an Halm in Reih und Glied
Der deutsche Rasen, und inmitten
Schwarz-rot-gold die Fahne weht,
bezeugend, dass dies Ordnungsfeld
Mit deutscher Gründlichkeit bestellt.

Dann weht ein Samen aus der Fremde
Durch ein Loch im Maschendraht
Und unentdeckt von Gärtnerhänden
Gedeiht ganz frech die Unkrautsaat,
Die sonst sofort herausgerissen
Und aus dem Garten ausgewiesen.

Gezackte Blätter schlagen aus,
Und Stören deutsches Halmewogen
Und der Gärtner bellt hinaus
Dass gänzlich überzogen
Von buntbelumten Pflanzenarten
bald der einheitsgrüne Vorschriftsgarten.

Dann kommt sein Enkel ihm zur Seite
Schaut, kinderäuglich leuchtend rein,
Der Pflanzenvielfalt volle Breite.
Wie schön und bunt die Blumen sei’n,
sagt er mit Freude in der Stimme
Und mithin vergeht das Schlimme,

Das er gärtnernd in dem Fremden sah.
Es sinkt der Unkrautstecher nieder
Und Enkelchen nimmt Großpapa
Und zeigt ihm endlich wieder
Was ihm als Kind selbst in den Augen stand:
Da gab es für ihn keine Rasen, 
nur blütenbuntes weites Land.








Samstag, 7. März 2015

Planet of the Pigs (Teil 4)

Charly saß in der Küche und mühte sich, seinen in die Jahre gekommenen Staubsauger mittels eines Branchenbuchs wieder fit zu machen. Es lag geöffnet vor ihm, während ihm sein Freund Maik in keiner Weise damit weiterhelfen konnte, welche Firma er am besten anrufen solle.
„Vielleicht irgendeine Firma, die Staubsauger repariert?“, sagte Maik.
„So eine Kategorie gibt es nicht im Branchenbuch“, sagte Charly.
„Wie soll man so eine Maschine denn auch reparieren“, sagte Maik, „wenn da nicht einmal irgendwelche Drähte zu sehen sind, die man verbinden könnte?“
„Nein, nur Platinen. Keine Drähte.“
„Vielleicht auch besser so“, sagte Maik, „dann riskiert man auch keine Risse in der Raum-Zeit.“

Samstag, 24. Januar 2015

True Metal People – Be true!

Seit einiger Zeit schon ziehe ich meinen persönlichen Nutzen der Sozial Media in Zweifel, allen voran den von Facebook, und hadere damit, wie ich mit meiner Teilhabe am Web 2.0 umgehen soll. Das hat einerseits mit der größtenteils sinnentleert verbrachten Zeit zu tun, andererseits mit der Fremdbestimmung durch den hinterlegten Algorithmus, der bestimmt, welche Einträge ich sehen darf und welche nicht, weiter mit der großen Anzahl derer, die glauben, dass Meinungsfreiheit bedeutet, man müsse zu allem seine widerliche Meinung loswerden und zuletzt, jedoch vorrangig, mit Folgendem: Facebook ist nicht true!, womit sich auch der Kreis zur Überschrift wieder schließt, ohne die Spannung zu verderben, was bei den Göttern das mit True Metal zu tun hat. Mehr dazu abschließend. Der Spannung wegen!

Vor einiger Zeit schon stellte ich an mir fest, wie schnell die Statusmeldungen ausnahmslos lesen zu wollen, in seinen Bann zu ziehen vermag und wie viel Zeit das täglich kostet, ohne dass ich am Ende des Tages sagen könnte, was mir das gebracht hat. Bei in Summe 300 Kontakten, die der Durchschnitts-Facebookianer verknüpft hat, können das locker 500 und mehr Meldungen sein, die jeden Tag auf einen einprasseln. Darüber unterhielt ich mich letztes Jahr mit einer Freundin, die mir dann empfahl, die Seiten von entfernten Bekanntschaften nicht mehr zu abonnieren und gezielt nur die Statusmeldungen von Freunden aktiv zu lassen. Wenn ich wissen wollte, was jemand Bestimmtes so machte, könne ich deren Profilseiten ja gezielt ansteuern. Gesagt, getan. Seit einem halben Jahr habe ich nur noch die Statusmeldungen einer Handvoll Freundeskontakte im Abonnement, dafür mehr Seiten, die in meinem Interesse liegen (Online-Magazine, Online-Zeitungen, Vereine etc.). Mein persönlicher Newsfeed! Nichts mehr verpassen, was in der Welt los ist. Das ist toll, weil ich keine Tageszeitungen lese, auch keine Nachrichten im Fernseher schaue und meine Informationen rein online beziehe. Keine zig Hompages mehr direkt anwählen müssen, alles über mein persönliches Facebookportal zur Welt. So weit so untrue!

Facebook analysiert mein Surfverhalten und präsentiert mir anhand der Facebookseiten, die ich lese, like und kommentiere, genau die Informationen, die mich laut der Facebook-Macher offenkundig interessieren müssen. Das ist fatal! Ein Beispiel: Bewegt mich derzeit viel im Themenkomplex zwischen „Charlie Hebdo“ und „Pegida“, bekomme ich primär die Seitenmeldungen angezeigt, die sich inhaltlich in diesem Spektrum bewegen. Leider zeigt mir Facebook dann nicht mehr an, dass Stefan Kretzschmar Trainerkandidat für die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Frauen war, was mich allerdings tatsächlich nicht interessiert hätte, oder – in meinem Fall – dass der BGH Ende Oktober entschieden hatte, dass die Bearbeitungsgebühren der Banken für Kredite unrechtmäßig sind und bis zum Ende letzten Jahres zurückgefordert werden können. Dafür habe ich erfahren, dass Russland sein Einfuhrverbot moldauischer Fleischprodukte ausgeweitet hatte. Danke, Facebook! Doch auch wenn ich den Vegetarierbund abonniert habe und bei der „Veganen Gesellschaft Deutschland“ Vieles like und kommentiere, wäre mir die Information des BGH wichtiger gewesen, weil ich meinen Jahresurlaub nicht durch den günstigen Ein- und teuren Verkauf moldauischer Rinderhälften finanzieren wollte! Das BGH-Urteil hätte ihn mir schon finanzieren können. Hätte! Doch die Nachricht verpasste ich ja. Deine Nachrichten, Facebook, sind nicht true! Außerdem blendest du mir die Einträge meiner Freundin aus. Muss sie nun jede ihrer Statusmeldung mit „vegan“ taggen, damit wir uns im Web 2.0 wieder finden? UNTRUE!

Und wenn ich dann auf jene Beiträge, die mich interessieren, klicke und nach der Lektüre den Fehler mache, die Kommentare zu lesen, zeigt sich die dunkle Seite der Meinungsfreiheit. Dieter Nuhr sagte mal sinngemäß, in einer Meinungsfreiheit dürfe jeder seine Meinung haben, doch müsse man sie doch nicht immer aussprechen. Wenn ich es schaffe, all die Leute auszublenden, die außer LOL nicht mehr viel zu sagen haben, und jene, die im Ergebnis einer Enigmaverschlüsselung nahekommende Ignoranz gegenüber einfachsten Regeln der Orthographie und Interpunktion pflegen, verbleibt immer noch ein großer Anteil von Solchen, die denken, das Internet sei ein rechtsfreier Raum und Meinungsfreiheit decke Beleidigungen und Hetze ab. Freilich ist Dummheit von der Meinungsfreiheit abgedeckt. Doch ist vieles so unbeschreiblich dumm, dass ich mich frage, ob es Jenen Schmerzen verursacht, den Hausverstand vor dem Schreiben einzusetzen. Nach einem halben Jahr Facebook ohne 95% meiner Abonnements könnte ich den Eindruck gewinnen, die Welt bestünde Großteils aus rassistischen, frauenverachtenden Carnivoren, ohne abgeschlossene Hauptschulbildung, die ständig beim Versuch, Logik anzuwenden oder Fakten zu prüfen, bevor sie öffentlich Schwachsinn behaupten, vor Schmerzen schreien. Das ist nicht die Realität. Es ist nur das Ergebnis von den gefilterten Informationen, die mir Facebook serviert. So etwas ist geeignet, einfache oder wenig aufgeklärte Gemüter zu radikalisieren, und ich glaube, genau das passiert mit Vielen. Wie sonst ist zu erklären, dass all die GIDA-Bewegungen Zulauf haben oder in Deutschland aufgewachsene Jugendliche glauben, nach Syrien in den Heiligen Krieg ziehen zu müssen. Facebook säht Hass. Und Hass ist sowas von UNTRUE!

Und jetzt zum mit Spannung erwarteten Abschluss: Letzten Samstag war ich beim Manowar-Konzert in der Jahrhunderthalle in Höchst. True Metal for True Metal People. Es gibt sogar einen Facebookveranstaltungseintrag zum Konzert, demnach 828 Personen teilgenommen haben. War aber ausverkauft. Facebook ist also … UNTRUE! Zum Vergleich: Tags zuvor war ich beim Poetry Slam in Ludwigshafen, an dem laut Facebookveranstaltungseintrag zwei Leute teilnehmen sollten: Einer war mein Slam-Kollege Thorsten, der andere war ich. Was waren wir schockiert, dass die Veranstaltung nicht nur ausverkauft war, sondern wir auch nicht die einzigen Bühnenpoeten waren. UNTRUE! Das ist jedoch alles nicht so schlimm, und ich schreibe das auch augenzwinkernd. Schlimm ist jedoch Folgendes: Wenn ich auf einem Heavy-Metal-Konzert bin, zu dem die Karte 80 Euro kostet – lohnenswerte 80 Euro, denn das Konzert war das wohl beste Metal-Event meines Leben -, „Sign of the Hammer“ gespielt wird, Joey DeMaio seine Arme zu selbigem zusammenführt und ein Teil des Publikums das nicht schafft, weil ein Handy zwischen den verweichlichten Patschehändchen klebt, um die Metal Kings in Stecknadelkopfgröße dargestellt abzulichten und im selben Moment ins Netz zu stellen, dann frage ich mich, ob „we don't attract wimps“ als Textzeile noch Bestand hat. Es heißt „Sign oft he hammer“, nicht „Sign of the Handy“. Ihr seid nicht true! Ihr seid Opfer. Opfer von Facebook! Opfer von eurer nicht erkennten Sucht, ständig online sein zu müssen, ständig kommunikativ sein zu müssen. Ich gebe euch keine Schuld. Findet zurück! Burn the Bridges, true metal people. Aber ich muss euch auch danken, speziell dem Burschen, der rechts vor mir gestanden hatte, dessen helles Display während des Konzerts das Facebook-Logo in meine Netzhaut eingebrannt hatte, so dass ich mich noch spät nachts im Bett fühlte, als sei ich eine Reklametafel, obwohl meine Augen geschlossen waren – als wäre der Tinnitus allein nicht schon präsent genug gewesen. Als du mitten in „Warriors of the World“ deinen Status checktest und deinen umstehenden Kumpels dieses lustige Bildchen zeigen musstest, die es sich auch noch anschauten, anstatt dir dein Handy zu entreißen, es Eric Adams zuzuwerfen, der es dann mit einem brachialen War Cry in Kleinstteile zerschreien würde, wusste ich eins: Die Zeit des Zweifelns und Haderns ist zuende. Wer was Dringendes von mir will, kann mich gerne anrufen oder mir eine Email schicken. Fck U, Facebookstatus. Be true!

PS Auch Dennis schrob hierzu. Zeitgleich. Als Gastbeitrag. Lesenswert!

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Einfach mal weihnachten

Einfach mal morgens an Heilig Abend in die Stadt
Einfach mal raus
In die Kälte
Und nicht beschweren, dass kein Schnee liegt
Einfach mal freuen, dass du raus kannst

Einfach mal jeden grüßen, ein frohes Fest wünschen
Einfach mal dabei lächeln
Jede und Jeden anlächeln
Und nicht drüber ärgern, wenn jemand nicht zurück grüßt
Einfach mal sich über die freuen, die zurücklächeln

Einfach mal Weihnachtsgeschenke im Städtchen kaufen, am letzten Tag
Einfach mal ungestresst sein
Über die Menschen freuen, die du triffst
Über die, die mit dir einkaufen
Einfach mal einkaufen, weil man will, nicht muss

Einfach mal im Laden nach dem Bezahlen Danke sagen
Einfach mal Lächeln
Ein frohes Fest wünschen
Denen, die dir am letzten Tag zu Diensten sind
Einfach mal direkt Danke sagen, stellvertretend für den Verpacker im Versandhandel, der  es nie hören wird

Einfach mal Bettlern Geld in den Hut legen
Einfach mal kein Rotgeld loswerden, sondern Zwei-Euro-Stücke schenken
Weil es nicht darum geht, Kleingeld loszuwerden
Sondern glücklich zu machen
Einfach mal so einen Zehner so loswerden - du bekommst viel mehr zurück

Einfach mal die Träne nicht wegwischen und seufzen
Einfach mal gerührt sein
Über echte Freude
Über aufrichtige Dankbarkeit, weil
Einfach jemand noch in der Lage ist, sich über Einfachheit zu freuen - über Zwei Euro

Einfach mal den perfekten Baum absichtlich nicht kaufen
Einfach mal Makel zulassen
Sich freuen, dass jemand nun
Deinen perfekten Baum im Wohnzimmer stehen hat
Einfach mal selbstlos sein, ohne dass es jemand merkt

Einfach mal alles richtig bunt und leuchtend schmücken
Einfach mal wieder wie ein Kind fühlen
Sich erinnern wie es war
Als leuchtende Augenpaare in goldenen Kugeln zurückleuchteten
Einfach mal Kind sein und erinnernd und lächelnd zum Kamin schauen

Einfach mal Geschenke nicht nach dem Wert bemessen
Einfach mal darin erkennen,
Dass jemand an dich denkt,
Dass du jemandem wert bist
Einfach mal nicht den Marktwert mit deinem Wert verwechseln

Einfach mal an Heiligabend gemeinsam am Tisch sitzen
Einfach mal nicht an die Arbeit denken
Gesellschaft genießen
Freunde und Familie genießen
Einfach mal zusammen sein und im Augenblick sein.

Einfach mal Essen nicht Essen, sondern Festessen werden lassen
Einfach mal genießen
Nicht an die Waage denken
Nicht an den Sport denken
Einfach mal Essen fühlen, nicht am Bauch, sondern in der Seele.

Einfach mal „Last Christmas“ hören, ohne zu stöhnen
Einfach mal mitsingen
Weil du doch den Text kennst
Und im Grunde du doch irgendwie erwartest es im Radio zu hören
Einfach mal nicht meckern, sondern dein Herz jemand ganz Speziellen geben

Einfach mal abends mit vollem Bauch einschlafen
Einfach mal lächelnd
An deine Liebste geschmiegt
An deinen Liebsten geschmiegt
Einfach mal auf zwei weitere Tage freuen und einfach mal – weihnachten!




Samstag, 6. September 2014

Die 10 Gebote - Und wie es wirklich war ..

Der kriegt den Rasenmäher nie mehr!
Es war an einem warmen Sommerabend, als Mosche aufbrach, um sich ein Wenig mit alpinem Wandersport zu zerstreuen. Freilich war es nicht wirklich alpin, denn von der Existenz der Alpen wusste Mosche, wie auch die anderen zwanzigtausend Israeliten, nichts. Es war der Berg Sinai. Aus seiner Sicht war es folglich sinaiischer Wandersport, doch er zerstreute ebenso gut. Mosche wanderte also den Sinai hoch. Der Himmel war blau, die Sonne schien hell. Mosche machte das oft. Steil ging es bergauf. Die Waden spannten. Mosche griff in seine Schafsledertasche und holte seinen Walkman heraus. Natürlich gab es damals, vor gut dreieinhalbtausend Jahren, noch keine MP3-Player. Deshalb war es auch nicht so ein schönes handliches Gerät, wie wir es heute kennen. Es war ein Sony DD3 Quarz, groß wie ein Kinderkopf, und er lief mit Kassette. Immerhin eine Maxwell Chrome. Er setzte seine Kopfhörer auf und ließ seine Lieblingskassette anlaufen, die er stets anhatte, wenn er dem Alpinen fröhnte. Verzeihung, dem Sinainen. „Jesus was a Sailor, when he walked upon the Water“, sang Leonard Cohen. Wer mag dieser Jesus sein?, dachte Mosche an dieser Stelle immer, und was soll diese Textzeile bedeuten? Ist nicht jeder ein Seemann, wenn er die See befährt? Na, ja, dachte sich Mosche, der Weihrauch mag auch Cohen ab und an zu Kopfe gestiegen sein. 
Der Gipfel näherte sich. Jetzt kam, worauf sich Mosche stets am meisten freute: Der grenzenlose Blick über ganz Sinai-Valley. Nur noch knappe 20 Höhenmeter. Doch kaum huschte ein Lächeln über seine Lippen, schob sich die erste Wolke vor die Sonne, dann die zweite, die dritte, eine erste schwarze Wolke, die zweite, und schon setzten die ersten Regentropfen ein. Ein Blitz zuckte. Mosche suchte rasch Unterschlupf unter einem Felsvorsprung. Es regnete von einem Moment zum anderen in Strömen. Der Felsvorsprung gab nur Schutz vor dem, was von oben kam, doch der starke Wind peitschte ihm Unmengen von Wasser hart ins Gesicht. Mosche schaltete den Walkman aus und ließ die Kopfhörer locker um den Hals hängen. Sein Umhang war bereits feucht wie ein Frotteehandtuch nach dem Duschen, aber das wusste Mosche nicht, denn als er lebte, gab es weder Duschen noch Frottee. Der Vergleich, den er tatsächlich zog, erspare ich uns, denn die Dinge, an die er dachte, sind heute nicht mehr gebräuchlich. Außerdem wären sie nicht jugendfrei. Und während Mosche mit der Welt im Allgemeinen und sich im Besonderen haderte, überlegte er, wie diese Welt wohl besser werden könnte. Insbesondere auch im Hinblick auf das Wetter. „Du sollst nicht regnen!“, fiel ihm als erstes ein, womit seine Situation bereits wieder geglättet wäre. Ach, und er bekam nie seinen Rasenmäher gleich nach dem Mähen von seinem Nachbarn Korach zurück. Er musste ihn stets erinnern. Du sollst nicht länger begehren deines Nachbarn Rasenmähe,  als du ihn zum Mähen brauchst. Auch das wäre eine gute Sache. Und überhaupt, Korach schaute auch stets so lüstern auf Mosches Frau. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, insbesondere nicht, wenn du dir dessen Rasenmäher nochmal leihen möchtest. Die Ideen sprudelten nur so aus Mosches Kopf. Rasch griff er in seine Umhängetasche und zog seinen Collegeblock hervor. Und natürlich war es ein Collegeblock. Es waren keine Steintafeln, wie später überliefert wurde. Die Dinger wiegen 15 Kilo pro Stück. Wer schleppt denn schon 30 Kilo Stein nur mal so auf Verdacht einen Berg hoch, falls ihm ein paar Gebote eingegeben werden sollten. Selbst wenn zufällig im Felsvorsprung welche gestanden hätten, wie unrealistisch wäre es denn, wenn Mosche zufällig einen Meißel zur Hand gehabt hätte. „Oh, Zippora, warum musstest du daneben greifen? Eine Banane als Wegzehr sollte es sein, und was ich finde, ist ein Meißel. Ui, da sind ja zwei Steintafeln. Nun, da ich schon mal einen Meißel dabei habe  ...“ 
Du sollst nicht flöten, muss auch noch auf die Liste, dachte Mosche. Der Nachbar von der anderen Seite und sein stetes lautes Proben. Das muss ein Ende haben. Ehe sich Mosche versah, waren es 10 Gebote an der Zahl. 
"Na, die knalle ich Korach gleich vor den Latz", sagte er sich, kaum dass das Wetter wieder aufklarte. 
Auf dem Abstieg hörte er wieder Musik vom Walkman. Leonard Cohen sang: „I’m the little Jew, who wrote the bible!” Bible? Jesses, was soll das sein?, fragte sich Mosche, und mit Jesses war nicht der Jesus vom Kreuz gemeint, dessen Geschichte sich erst in eineinhalb Tausend Jahren abspielen sollte, sondern der Hersteller seines Rasenmähers, den er ob seiner Qualität nicht oft genug preisen kann. Jesses Mowing Machines - We mow the lawn vom Egypt to Israel!

Letztlich war es entgegen des Liedes doch nicht Cohen, der die Bibel schreiben sollte, sondern Korach, der sich einfach Mosches Collegeblock lieh, die Gebote verlegen ließ und einen wahren Bestseller mit seiner Bibel landete. 
Moses!, was für ein blöder Name, dachte sich Mosche nach der Lektüre, und auch wenn Korach entscheidende Passagen geändert hatte, Mosches Rasenmäher bekam er nie wieder.

(Eine Hommage an Leonard Cohen, Charlton Heston, Robert Rankin und alle Schlüsselfiguren monotheistischer Weltreligionen)

Mittwoch, 30. Juli 2014

Planet of the Fish (Teil 3)

BBQ mit zwei Sorten Rind
Charly saß in der Küche und mühte sich, seinen in die Jahre gekommene Mixer mittels Hammer, Meißel und Kaugummi wieder fit zu machen. Er lag geöffnet vor ihm, während ihm sein Freund Maik keinerlei Tipps gab, was er tun oder bleiben lassen sollte.
„Soll ich den grünen und den roten Draht verbinden?“, fragte Charly.
Maik zuckte mit den Schultern und biss in einen in Zucker gewälzten Butterblock, den er mit einer Gabel aufgespießt hatte.
„Oder besser den grünen mit dem blauen?“
„Da ist kein blauer“, sagte Maik, trank einen Schluck Berliner Kindl und griff in den geöffneten Mixer. „Das ist ein Tamponfaden“, konnte er gerade noch sagen, bevor er binnen einer Millisekunde völlig dehydrierte und ein völlig unerwarteter Riss im Raum-Zeit-Kontinuum Charly fortriss in eine weit, weit in der Zukunft liegende Zeit.